Tierschutz

Tierschutz

Niemals zuvor wurden Tiere mehr gequält, ausgebeutet und misshandelt als in unserer heutigen Gesellschaft. Sie sind Sammel-, Kunst-, Forschungs- und Zuchtobjekt, dienen als Wirtschaftsgut, Sportgerät und Statussymbol. Deutschland hat im Jahr 2002 als erstes Land der EU mit der Ergänzung des Artikel 20a (Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen) – mit dem Zusatz „und die Tiere“ – den Tierschutz zum Staatsziel erhoben.
Eine artgerechte Pferdehaltung ist somit keine Frage des Könnens oder Wollens, sondern sie ist eine gesetzliche Verpflichtung gegenüber dem Tier.

Natürlich freuen wir uns über die im Jahr 2005 getroffene Entscheidung der Baden-Württembergischen Landesregierung, die Ständerhaltung von Pferden zu verbieten.
Aber reicht das wirklich aus?

Sind nicht die immer noch weitverbreiteten neun Quadratmeter großen und zumeist hochvergitterten Innenboxen nur eine geringfügige Verbesserung der Ständerhaltung?
Warum müssen Boxen vergittert sein?
Sind Pferde gefährliche Raubtiere?

Grundsätzliches

Das Pferd steht seit 5000 Jahren unter dem züchterischen Einfluss des Menschen. In seinem Verhalten und hinsichtlich seiner Ansprüche hat es sich dennoch nicht wesentlich verändert.

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes muss jeder, der ein Tier hält, es seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Er darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden.

Die Häufigkeit von Erkrankungen und Dauerschäden beim Pferd lässt darauf schließen, dass diesen Bestimmungen nicht immer ausreichend entsprochen wird und auch eine tierschutzgerechte Nutzung vielfach nicht gegeben ist.

Diese Situation lässt sich nur verbessern, wenn Fehler in der Haltung und Nutzung (s. Leitlinien Tierschutz im Pferdesport Nov. 1992 LINK?) vermieden und diese Leitlinien sowie die Leitlinien „Tierschutz im Pferdesport“ erfüllt werden.

Vermeidung von Schmerzen, Leiden und Schäden

Gemäß §1 des Tierschutzgesetzes darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Ställe, Stalleinrichtungen und Einfriedungen für Auslauf und Weiden sowie Gegenstände, mit denen die Pferde in Berührung kommen, müssen aus gesundheitsunbedenklichen Materialien bestehen und so beschaffen sein bzw. angewendet werden, dass sie bei Pferden nicht zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führen können. Bei Erkrankungen oder Verletzung eines Pferdes ist rechtzeitig ein Tierarzt hinzuziehen.

Artgerechte Haltung von Pferden

Die meisten Pferde stehen ihr Leben lang überwiegend in der Box. Nur in der Weidesaison von Ende April bis Ende Oktober können die Pferde ihre Zeit auf Koppeln verbringen. Im Winter gibt es in den meisten Betrieben nur Paddocks, um den Pferden wenigstens hin und wieder Auslauf zu ermöglichen. Diese Haltung ist allerdings nicht artgerecht. Pferde sind Herden- und Steppentiere. In der Freiheit leben sie in Herden, fressen und bewegen sich fast rund um die Uhr. Natürlich haben auch Reiter und Pferdehalter bestimmte Bedürfnisse. Zeit ist ein wichtiger Faktor. Pferde, die z.B. im Offenstall gehalten werden, sind oft sehr verschmutzt. Der Reiter muss seinen Vierbeiner also erst einmal ausgiebig putzen, damit er überhaupt mit dem Reiten beginnen kann. Insofern kann artgerechte Haltung immer nur ein Kompromiss zwischen den Bedürfnissen des Pferdes und denen des Besitzers sein.

Glücklicherweise gibt es immer mehr Pferdehalter, die ihrem Vierbeiner ein artgerechtes Leben bieten wollen.

Wir bieten unseren Pferden eine artgerechte Haltung in Form der Offenstallhaltung an.
Mehrere kleine Herden werden zusammen gehalten. Die Tiere können, wenn sie wollen, einen frei zugänglichen Unterstand /Stall aufsuchen. Es gibt einen vegetationslosen Auslauf (Hackschnitzel) und Weideflächen. Die Offenstallhaltung wird auch „Gruppenauslaufhaltung“ genannt. Diese Haltungsform entspricht in hohem Maße den natürlichen Bedürfnissen der Pferde. Unser Offenstall verfügt des Weiteren über „Notboxen“, in denen kranke Pferde untergebracht und wieder aufgepäppelt werden können. Führende Hippologen empfehlen diese Haltungsform.

 

Die 5 Eckpfeiler für eine artgerechte Haltung

Das Fundament für jede Art von Tierhaltung sollte durch die “Five Freedoms” (UK Farm Animal Welfare Council) gegeben sein:

–          Freiheit von Hunger und Durst – Leichter Zugang zu frischem Wasser und eine Ernährung voller Gesundheit und Kraft vorhalten.

–          Freiheit von Unbehagen – durch die Bereitstellung einer angemessenen Umgebung einschließlich Unterkunft und eine angenehme Ruhezone.

–          Freiheit von Schmerzen, Verletzungen oder Krankheit – durch Prävention oder schnelle Diagnose und Behandlung.

–          Freiheit zum Ausleben normaler Verhaltensweisen – durch ausreichenden Platz, geeignete Einrichtungen und Unternehmungen mit Artgenossen.

–          Freiheit von Furcht und Verzweiflung – wird sichergestellt durch eine adäquate und liebevolle Behandlung der Pferde.

 

„Fern von der umfassenden Natur und in äußerster Künstlichkeit lebend,
betrachtet der zivilisierte Mensch die Geschöpfe durch den Spiegel seines Wissens und sieht
dadurch eine Feder vergrößert, aber das ganze Bild verzerrt.

Wir schauen auf die Tiere herab, weil sie so unvollkommen sind, weil es ihr tragisches Schicksal ist, in ihrer Ausformung so weit unter uns zu stehen. Aber darin irren wir uns, irren wir uns gewaltig. Denn das Tier darf nicht am Menschen gemessen werden.

Sie bewegen sich in einer Welt, die älter und vollkommener ist als unsere, vollendet und vollkommen, begabt mit einer Reichweite der Sinne,die wir verloren oder niemals erreicht haben, von Stimmen geleitet, die wir niemals hören werden. Sie sind nicht unsere Brüder, sie stehen nicht unter uns; sie sind andere Völker, mit uns verstrickt in das Netz des Lebens und der Zeit, Mitgefangene des Glanzes und des Elends der Erde.“

– Henry Beston –
The Outermost House (1928)

Pferdegebet

Gib mir zu fressen, gib mir zu trinken und sorg für mich, und wenn des Tages Arbeit getan ist, gib mir Obdach, ein sauberes Lager und eine breite Box.

Sprich zu mir, oft ersetzt deine Stimme die Zügel.

Bitte sei gut zu mir und ich werde dir noch freudiger dienen und dich lieben.

Reiß nicht am Zügel, greif nicht zur Peitsche, wenn es aufwärts geht. Schlage und stoße mich nicht, wenn ich dich missverstehe, sondern gib mir Zeit, dich zu verstehen.

Halte mich nicht für ungehorsam, wenn ich deinen Willen nicht erfülle. Vielleicht sind Sattelzeug und Hufe nicht in Ordnung.

Prüfe meine Zähne, wenn ich nicht fressen mag, vielleicht tut mir ein Zahn weh und du weißt, wie das schmerzt.

Halte mich nicht zu kurz und kupiere meinen Schweif nicht, er ist meine einzige Waffe gegen Fliegen und Moskitos.

Und wenn es zu Ende geht, geliebter Herr, wenn ich dir nicht mehr zu nützen vermag, lasse mich bitte nicht hungern und frieren und verkaufe mich nicht.

Gib mir nicht einen fremden Herrn, der mich langsam zu Tode quält und mich verhungern lässt, sondern sei gütig und bereite mir einen schnellen und barmherzigen Tod.

Gott wird es dir lohnen hier und in Ewigkeit.

 

Lasse mich dies von dir erbitten und glaube nicht, dass es mir an Ehrfurcht gebricht, wenn ich es im Namen dessen tue, der in einem Stall geboren wurde.

Amen

– Quelle unbekannt –

7 Responses to Tierschutz

  1. corinna stephan says:

    Hallo wir würden uns gerne als pflegestelle für ponys anbieten. wir haben einen hof mit vier Shettys Stuten und haben noch platz. würde mich über eine Antwort freuen mfg c.stephan

  2. Manuela Junker says:

    Auf der Suche nach Iris Mayer-Schraft (Fellbach-Strümpfelbach) bin ich auf ihre Seite gestoßen. Welch ein Schock !!! Dieser Name taucht bei Ihnen auf der Liste 08-2011 bis 05-2012 wegen Tierquälerei an Pferden auf. Seit Monaten versuche ich mit dieser Frau Kontakt aufzunehmen, ohne Erfolg. Bin völlig verzweifelt.Ich hatte ihr im August 2011 meine Pferde und drei Schafe anvertraut, die ich aus gesundheitlichen Gründen abgeben mußte.Ich bitte sie von ganzem Herzen um Hilfe. Es handelt sich um einen Isländerwallach,Bandschecke (Sahib) einen Isi-Arabermix, auffällige Scheckung in weiss-braun Wallach(Merlin),beide neigen zur Hufrehe, sowie Mini, schon alte Miniponystute (chronische Atemprobleme)Schecke schw-weiss und ihre Tochter Schneewittchen (schw.weiss,Sommerekzemer).Bei den Schafen handelt es sich um einen kastrierten Bock und zwei Weibchen mit Ohrmarken 38 190, 38 183, 38 184. Können Sie mir Auskunft über die damaligen Zustände und evtl.Verbleib der Tiere geben? Mit hoffnungsvollen Grüßen.

  3. Antonia says:

    Hallo,
    ich habe euren Verein heute im Internet entdeckt und ich muss sagen das ich es suuuuuuuuper toll finde was ihr macht. Ich werde euch auch bestimmt bald mal die ein oder andere Sachspende von der Wunschliste zukommen lassen und ich hab auch noch fast neue Bandagen(Größe:11,5 x 3,5m) die ich nicht mehr brauch, also wenn ihr die gebrauchen könnt dann schick ich sie euch. Aber erstmal habe ich ein Anliegen was mich schon lange beschäfftigt. Und zwar standen im Sommer 2014 auf der Wiese neben meiner Freundin drei kleine Shettys, die waren alle drei komplett abgemagert und die Wiese war auch schon komplett abgefressen so, dass die drei schon altes Laub gefressen haben. Dazu kam, dass sie keinen Unterstand hatten, zwei von ihnen hatten Fohlen und alle drei waren trotz der Fohlen und der Abgemagertheit schon wieder tragend und sie haben auch nichts zugefüttert bekommen. Der Besitzer der Wiese konnte uns nur sagen, dass die Ponys bei ihm nur untergebracht sind und er nicht die Verantwortung für sie hat. Die Besitzer kamen aus der Nähe von Torgau(Sachsen), den genauen Namen hab ich mir leider nicht gemerkt:( . Da ich erst 14 bin wusste ich nicht was ich tun soll und als ich mich entschlossen hatte etwas zu tun waren die Ponys nicht mehr da und weil ich Tiere und besonnders Pferde über alles liebe konnte ich das nie vergessen und muss dauernd daran denken, jetzt hab ich euch gefunden und wollte fragen ob ihr mir nen Tipp geben könnt, denn ich denke die Besitzer haben bestimmt immernoch was mit Pferden zu tun und wenn sie ihre Tiere so verkommen lassen, dann geht es denn Tieren die sie vielleicht jetzt noch haben bestimmt auch nicht viel besser (vielleicht auch immernoch den Ponys).
    Evt. könnte ich auch Fotos schicken auf denen man den Zustand der Ponys sehen Kann.
    Danke schon im vorraus, auch einfach Danke das es euch gibt.
    Viele Grüße Antonia

  4. Hinz says:

    Hallo ich wollte mal was Fragen. Es geht um fohlen die von Ihrer Mutter weg genommen worden sind und verkauft worden. darf man die in eine Box alleine stelle und alles dunkel machen , also alles dicht bis sie aufhören nach der Mutter zu schreien? Ich weiß nicht ob das so richtig ist und brauchen da einen rat. Weil ich kenne jemanden der das so macht und weiß dann nicht wie ich mich verhalten soll???

    bitte um rückantwort!!!!

  5. jacqueline says:

    hallo,
    wir würden uns gerne als pflegestelle anbieten.wir sind ein kleiner stall mit genügend weiden.setzen sie sich doch bitte mal mit mir in verbindung.

    • Christiane Fricke says:

      Hallo Jacqueline,
      sehr gerne. Bitte dazu einfach einmal die Telefonnummer mitteilen oder aber selbst kurz durchklingeln: 04154/98 96 52. Danke und liebe Tierschutzgrüße,
      Christiane für Vier Hufe & Co.

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