Sollte manchen Menschen zu denken geben!!!!!!!!!!!!!

Sollte manchen Menschen zu denken geben!!!!!!!!!!!!!

JETZT habe ich es geschafft. Kein Sattel, kein Zaumzeug, keine leeren Versprechungen und Gott sei Dank keine Preise mehr. Niemand kann mich mehr verkaufen. Ich habe Dich nie verraten und verkauft, aber Du hast es getan, so einfach für Silberlinge, weil Du ein neues junges Pferd hast. Du wirst es streicheln, füttern und reiten, genau wie mich. Was hast Du mir alles versprochen? Eine fette Weide bis zum Tode. Du weißt, Pferde springen ungern. Dir zuliebe habe ich es getan. Warum hast Du mich nicht einfach totgeschossen oder mich einschläfern lassen? Aber musstest Du mich verkaufen an diesen schrecklichen Menschen? Von diesem Tage an kenne ich die Menschen nur mit Peitschen, Ketten und Schlägen. Ich war mit vielen anderen in einem kleinen Stall. Wir bekamen gerade nur soviel zu fressen, dass wir nicht krepierten, denn dann hätte der Händler Verlust.

Sie haben mich dann mit anderen zusammen in einen Waggon geprügelt, ein ganzer Güterzug Pferde, Freunde des Menschen. In glühender Hitze, ohne Wasser. Ich erstickte fast. Neben mir ist eines verreckt. Ich dachte daran, wie ich mit Dir gerannt und gesprungen bin. Nichts war geblieben, nichts. Du hast mich verkauft, das war Deine Freundschaft und Treue.

Durch ganz Deutschland haben sie uns gefahren, es dauerte Tage. Dann waren wir in Frankreich. Sie haben uns wieder aus den Waggons geprügelt. Ein Gabelstapler hat die Verreckten aus den Waggons geschaufelt. Du weißt wie empfindlich mein Maul war. Sie haben es zerschlagen. Pferde können weinen, aber wen interessiert das?

Schläge und immer wieder Schläge, bis zu dem Mann, der mir das Ding an den Kopf hielt. Ich spürte den schrecklichen Schlag. Viele Pferde haben sie mit Treckern in den Schlachthof geschleift, die Freunde der Pferde. Im Pferdehimmel gibt es keine Menschen – Gott sei Dank!!! Ich mag keine Lügner mehr.

Geh an die Bahn, an einen Verschiebebahnhof und warte, bis ein Schlachtpferdetransport kommt. Sieh Dir alles genau an, wenn Du es darfst, denn sie verstecken uns meistens, das haben sie früher auch schon gemacht mit Ihresgleichen.

Es ist Mode geworden, Kindern Pferde zu schenken, als Spielzeug. Altes Spielzeug wirft man weg. Pferde verkauft man. Geh zu einem Schlachtpferdehändler in den Stall, dann wirst Du erschrecken. Dann siehst Du in tote Augen, siehst Striemen auf der Haut. Sie mal zu, wenn wir Verladen werden, wenn Du schon nicht zusehen kannst, wenn wir ausgeladen werden. Und dann geh zu Deinem jetzigen Freund, Deinem jungen Pferd und sage ihm, es könne sich auf Dich verlassen. Es wird sich auf Dich verlassen – wird verlassen und verraten sein wie ich! Ich möchte den Menschen so erscheinen, wie ich in meiner letzten Stunde aussah, nicht tänzelnd, glänzend und angeblich stolz! Nein, sie sollen mich sehen, geprügelt, blutend, mit Augen voller Angst – wie eben ein verkaufter und verratener Gaul.

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