Wir haben in das Auge der Pferdehölle geschaut

Jetzt, am Tag danach und wieder in Deutschland, kommt der Schock nach unserem Besuch in Skarzycew erst richtig! Wir sind dort im „Profi-Modus“ über den Markt gegangen, haben das ganze Elend gesehen, gehört und gerochen. Das wird man nicht mehr los! Nun fällt alles von uns ab und es ist fast unerträglich, die Bilder und Videos anzuschauen und aufzuarbeiten, um die Öffentlichkeit über dieses Inferno zu unterrichten. Die Bilder können nur einen Bruchteil dessen vermitteln, was wir dort erlebt haben. Die Bilder im Kopf sind um ein vielfaches schlimmer! Aber es war gut, wichtig und richtig, dass wir da waren. Sobald wir uns gefasst haben, werden wir ausführlich berichten und alle Dokumentationen nochmal an die Öffentlichkeit bringen. Bitte habt Verständnis, dass wir erstmal ein wenig Zeit benötigen, zumal wir ja auch keine Presseabteilung haben und alles selbst erstellen. Wir werden noch eine ausführliche Berichterstattung und Dokumentation erstellen.

Wir freuen uns unendlich, zwei dieser geschundenen Seelen gerettet zu haben. Aber es war vom Gefühl her einfach nicht genug, denn eine  Entscheidung für zwei war immer eine Entscheidung gegen viele hundert andere. Aber das ist nur von uns alleine nicht lösbar.

Schockierend war es auch, diesen, man muss es so sagen, menschlichen  Abschaum zu sehen und zu erleben. Total betrunkene Pferdehändler, die die Tiere wie Bestien behandelt haben und lallend, so dass noch nicht mal Isabella, unsere polnische Mitstreiterin, etwas verstehen konnte. Es gab fast mehr leere Wodka-Flaschen als Pferde! Ein Markt, der wie ein Volksfest aufgezogen war, polnische Familien mit kleinen Kindern auf Besichtigungstour, aufgetakelte Weiber, die sich gegenseitig neben einem völlig verstörten Pferd fotografieren ließen, Pferde, die mit Wodka ruhig gestellt wurden und, und, und. Einfach unfassbar! Wenn man noch nicht den Glauben an die Menschheit verloren hat, hier, solange man noch etwas Herz, Verstand und Gefühl hat, garantiert. Wir sind ohnmächtig vor Wut!

Im Herzen und Gedanken werden uns die vielen verlorenen Seelen für immer begleiten. Und diese Erfahrung hat uns noch mehr darin bestärkt, unseren Weg noch konsequenter zugehen und für ein würdiges Leben der Pferde zu kämpfen!

Unser ganzer Dank gilt allen Spendern für diese Aktion. Wir können Euch allen versichern, das war garantiert nicht umsonst. Danke auch an Isabella und Ihre beiden Mädels, die mit uns zusammen ein tolles Team waren und ohne deren Hilfe wir das nie und nimmer so hingekriegt hätten. Wir können Euch gar nicht genug danken. Ihr seid einfach Spitzenklasse!!!!!!

Und zum – vorläufigen Abschluss – ein Grußwort an alle Wichtigtuer, „Ratgeber“, Trittbrettfahrer und Klugscheißer: Haltet bitte einfach mal den Mund und geht selbst an die Front. „Kluge“ Kommentare brauchen wir und die Pferde hier so nötig wie ein Loch im Kopf. Und wer jetzt meint, vom Sofa aus sagen zu müssen, die vertragen keine Kritik: Richtig, in diesem Fall überhaupt nicht. Nur von denen, die engagiert dabei waren. Und mit denen sind wir uns einig!

Bitte verzeiht uns unsere Leidenschaft!

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