Pferdeskandal in Altenahr – Offener Brief an die Ministerin, Frau Ulrike Höfken

Heute haben wir in einem offenen Brief in diesem Skandal um die Pferdehaltung in Altenahr die Ministerin für Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz, Frau Ulrike Höfken, von diesem Fall in Kenntnis gesetzt. Wir sind auf die Reaktion gespannt. Das Schreiben wurde auch an den Tierschutzbeirat des Landes Rheinland-Pfalz weitergeleitet. Gleichzeitig wurden heute Strafanzeigen gegen den Halter und Herrn Dr.S. gestellt.

Untenstehend der Wortlaut des Schreibens:

Sehr geehrte Frau Ministerin Höfken,

wir sind der Pferdeschutzverein Vier Hufe & Co e.V. und reichen hiermit DIENSTAUFSICHTSBESCHWERDE gegen den Amtstierarzt in Bad Neuenahr – Ahrweiler, Herrn Dr.  S., wegen Verletzung der Garantenpflicht, Strafvereitlung im Amt, Verstoß gegen § 17 Tierschutzgesetz und unterlassener Hilfeleistung ein.

Herr Dr.S. vernachlässigt seit mehreren Jahren im erheblichen Maße seine Pflichten als Amtstierarzt. Anlass gibt uns ein aktueller Fall von vier Pferden in Altenahr-Ahrweiler. Aufgrund unserer Recherchen und Ortsbesichtigungen informierten wir Herrn Dr. S. persönlich (unsere Kooperationspartner von dem Tierschutzverein Silencio e.V.) am 20.11.und nochmals telefonisch am 22.11. über die Haltungsbedingungen der Pferde. Halter ist Herr A.K. In beiden Gesprächen bestätigte Herr S. zu diesem Fall eine Akte zu führen und stimmte uns bzgl. unserer Vorwürfe grundsätzlich zu. Trotzdem weigerte er sich tätig zu werden, da ihm der Halter leid tue und sowieso kein Geld zum bezahlen einer Geldbuße hätte. Unabhängig davon, dass es hier nicht um eine Geldbuße sondern nur um ein Tierhalteverbot und sofortige Beschlagnahmung der Pferde gehen kann, haben wir in unserer langjährigen Praxis noch nie einen solch´ krassen Fall von Missachtung der Pflichten im Amt und zynischer Arroganz gegenüber Tieren erlebt wie bei Herrn Dr. S.

 Nachdem von unserer Seite Druck aufgebaut, die Staatsanwaltschaft in Koblenz (Dr.Saal) sowie die örtliche und überregionale Presse informiert wurde und wir uns nicht abspeisen ließen, verschwanden die Pferde am 23.11. ganz plötzlich von der Koppel! Trotz intensiver Recherche ist es uns bis jetzt nicht gelungen, die Pferde wiederzufinden. Nachdem unsere Partner von Silencio gemeinsam mit einer Vertreterin des Tierschutzvereins Bonn heute, 24.11., nochmals vor Ort waren, wurden diese vom Halter bedroht und er rief die Polizei. Den Polizisten gegenüber äußerte er, dass das Veterinäramt die Pferde am Samstag weggebracht hätte!! Die Absicht scheint klar zu sein: Beweismittel zur Seite bringen.

Um jetzt nicht zu ausschweifend zu werden, möchte ich Sie bitten unsere gesamten Ausführungen unter dem Link http://vier-hufe.org/2013/11/pferdeskandal-in-altenahr-ahrweiler-vier-hufe-ist-an-diesem-schockierenden-fall-dran/ zu lesen. 

Ein Bild eines fast verhungerten Pferdes (vom 20.11.) auf der Koppel für einen besseren Eindruck schon mal untenstehend. Weitere Bilder, inkl. Gesprächsprotokoll, finden Sie unter dem genannten Link. Wir haben uns erlaubt, diesen auch in Facebook zu veröffentlichen. Die Resonanz ist enorm.

Übrigens, wir boten Herrn Dr.S. in einem Telefonat am 22.11. ausdrücklich an. Die Pferde artgerecht unterzubringen, für die nötige tierärztliche Versorgung zu sorgen und sämtliche Kosten hierfür zu tragen. Herr. Dr.Schmitt lehnte dankend ab und bat um Fakten (!), um hier weiter vorzugehen. Unglaublich.

Nach Verbreitung der Story meldeten sich viele Zeugen, die entweder über diesen Fall Bescheid wussten und aussagten, dass dies seit Jahren (!) bekannt sei, aber trotz diverser Anzeigen nichts geschehe. Weitere Zeugen berichteten von anderen Fällen, in denen Herr Dr. S. ebenfalls nicht reagiert habe. Nicht umsonst kennen ihn viele in der Region unter dem Spitznamen „Dr.S………“.

Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, nicht nur den Halter, sondern auch Herrn Dr.S. einer gerechten und angemessenen juristischen Bewertung in dieser Angelegenheit zuzuführen. Hierzu bedienen wir uns auch der Medien, zu denen wir gute Kontakte pflegen, u.a. auch Sat 1 und RTL (siehe Berichte von anderen Fällen unseres Vereins im TV auf unserer Homepage unter www.vier-hufe.org), da es den Fortgang der Dinge im Interesse der Pferde meist erheblich beschleunigt.

 Auf Ihrer Homepage haben Sie folgende Leitlinie veröffentlicht:

„Der Tierschutz hat in Rheinland-Pfalz eine herausragende Bedeutung. „Tiere werden als Mitgeschöpfe geachtet. Sie werden im Rahmen der Gesetze vor vermeidbaren Leiden und Schäden geschützt“, so heißt es in Artikel 70 der rheinland-pfälzischen Landesverfassung. Allerdings können gesetzliche Regelungen nur einen Rahmen vorgeben. Das Bewusstwerden der Notwendigkeit, Tierschutz im Alltag zu praktizieren, kann durch Gesetze nicht geschaffen werden. „

Wir hoffen, dass Sie in diesem Sinne handeln und uns unterstützen, diesen Amtstierarzt an seine Pflichten zu erinnern und alle Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfen, ihn disziplinarisch zu verfolgen. Ein solcher Mann hat in dieser Position definitiv nichts zu suchen, zumal das offensichtlich nicht das erste Mal ist, dass er so vorgeht! Aufgrund seiner Äußerungen müssen wir ihm auch jede fachliche, menschliche sowieso, Kompetenz absprechen.

Über eine baldige Antwort (auf automatische Textbausteine bitten wir zu verzichten, dies wäre der Situation nicht angemessen) würden wir uns freuen.

 Mit freundlichen Grüßen

 Roger Hufnagel

 

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8 Responses to Pferdeskandal in Altenahr – Offener Brief an die Ministerin, Frau Ulrike Höfken

  1. Saskia Benn says:

    Ich drücke die Daumen dass dieser Hr. Dr. so schnell wie möglich aus dem Amt entfernt wird, und – viel wichtiger – dass die Pferde bald gefunden und gesund werden!

    • Roger says:

      Die Pferde sind wieder da. Das Veterinäramt hat Sie ohne uns zu informieren ( müssen sie auch rechtlich nicht) weg gebracht. Mehr siehe Artikel „Pressemitteilung“. Wir bleiben dran.

  2. Heike Borker says:

    Respekt für diesen Brief und alles alles Gute für einen Erfolg in dieser Angelegenheit! Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, träge Vet.- Mediziner an ihre Garantenpflicht zu erinnern! Ein nahezu unmögliches Unterfangen, da sie sich im Sinne des Verwaltungsrechts stets auf die sogenannte „Ermessensentscheidung“ zurückziehen können! Als Tierliebhaber fühlt man sich da verarscht und dieser Strategie meist hilflos ausgeliefert!

    • Mastinomama says:

      Bitte… nicht Veterinärmediziner allgemein. Wir reden hier von Amtsveterinären, die ihr Geld als Beamte bekommen – ob sie nun arbeiten oder nicht. Bei praktizierenden (soll heißen: bei wirklich arbeitenden) Veterinären ist das anders… Auch wir kämpfen immer wieder mit der Trägheit der beamteten Kollgen.

  3. Sabine says:

    Grosser Dank für diesen Brief und die Beschwerde!
    Dieser sowie der ähnliche Fall der Tiervernachlässigung auf einem Hof im Westerwald/bei Puderbach mit gleicher Untätigkeit des damals zuständigen Vetamtes Neuwied zeigen – ist es an der Zeit für „frischen Wind“ bei diesen Behörden. Daumen drück!

    • Steffi says:

      Das vetamt neuwied fährt lieber auf Höfen herum die absolut Top sind,Wissen wohl das sie dort weniger Arbeit und Kosten haben. Die Ämter sollte man abschaffen- dafür lieber Haupt TierschutzÄmter gründen die genauso viel macht haben und wirklich was tun!

  4. Manuela Kapske says:

    Einfach Klasse!!!

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