Finchen ist angekommen

Die Stute Finchen hat mit Anfang ihres neuen Lebens bei uns erst einmal ihren neuen Namen erhalten. Ein Termin beim Schlachter war schon für sie vorgesehen beim vorherigen Besitzer. Erst ausgebeutet, fast 20 Jahre musste sie im Reitschulbetrieb laufen, nun war sie alt und überflüssig. Ein Rentnerdasein wird den Tieren in Gewerbebetrieben meist nicht gegönnt. Hier ist meist alles auf Einnahmen ausgelegt, die Tiere müssen funktionieren und rentabel sein. Da ist weder Platz, Geld oder überhaupt der Wunsch vorhanden, den Tieren dann wenigstens ein verdientes Rentnerleben zu gönnen.  Da lohnt es natürlich auch nicht, noch Geld hineinzustecken, ist ja logisch, so wurden die Zähne natürlich nicht gemacht oder auch nicht entwurmt. Dafür hat sie noch vor kurzem ein Fohlen gebären müssen, welches eine Missgeburt war und ohne Augen zur Welt kam. Finchen hat also eine Menge im Leben ertragen müssen. Wurde jetzt abgestellt, mit einem Hengst auf die Weide „denn sie nimmt ja eh nicht mehr auf“ und wartete auf ihren Schlachttermin. Das nenne ich mal Achtung vor der Kreatur und Dankbarkeit für so lange Arbeit zugunsten des Geldbeutels des Besitzers. Arme Welt und arme Menschheit. Jemandem lag aber doch etwas an der Stute und dieser Frau tat es leid, wie Finchen nun entsorgt werden sollte und meldete sich bei uns. Wir mussten etwas mehr Geld als den Schlachtpreis „hinlegen“, denn der Besitzer bestand auf die Mehrwertsteuer! Allein, dass der Schlachtpreis nur EUR 200,00 betrug, sagt ja schon alles über ihren Zustand aus. Aber nun kann Finchen endlich noch einmal das Leben genießen, ihre Zähne werden gemacht, sie bekommt für den Winter eine Decke, Pferdegesellschaft, es wird nichts von ihr verlangt, nur so glücklich wie möglich soll sie sein und wir sind für jeden Tag dankbar, den wir ihr noch bieten dürfen. Sie wird nun erst einmal aufgepäppelt, denn auch das Futter war offenbar zu schade für die arme kleine Maus, wie man an den Fotos  erkennen kann. Keine Frage, auch eine Geburt zerrt natürlich eine Stute aus.

Finchen genießt die ihr zu Teil werdende Aufmerksamkeit jetzt sehr, das striegeln und betüddeln und ist ganz ruhig und kann ihr Glück offenbar noch nicht fassen.

Um nun wenigstens einige Kosten aufgefangen zu bekommen, die ja bei alten verwahrlosten Tieren immer höher sind, würden wir uns sehr über Spenden – und jede noch so kleine hilft – freuen. Wir gehen zwar alle arbeiten und tun unser Möglichstes, so vielen Tieren zu helfen, wie es nur irgend geht, aber dies alles ohne Hilfe von anderen tierlieben Menschen zu schaffen ist bei all dem Leid und den vielen (Tierarzt)-Kosten nicht möglich. Wir werden weiter berichten.

Das Team von Vier Hufe & Co. und Nicol und Roger Hufnagel

 

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20 Responses to Finchen ist angekommen

  1. Manuela Meyer says:

    In dieser Reitschule sind jedes Jahr amtstierärzte die nie etwas auszusetzen haben!
    Finchen sollte nicht zum Schlachter und wurde auf garkeinen Fall abgeschoben;)

    Wäre dieser Hof so schlimm würde es den auch nicht mehr geben!
    Nicht gerade schön das ein Verein so Spenden erzielt, klar- die bilder sprechen für sich aber Finchen war immer schwer fütterig und nie ein Pferd mit viel Masse! Jedes Pferd hat einen anderen Körperbau!!!

    Mehr als die Hälfte ist dramatisiert, wenn nicht schon eher ausgedacht.

    • Emmie says:

      Und wo steht da die Rechtfertigung dafür, dass sie SO abgemagert war? Meine Liebe, ich möchte ihnen nicht zu nahe treten aber glauben Sie nicht auch, dass viele in diesem Stall eine zu romantisierte Sicht auf den Stall haben? Ich mein wenn ein ca. 1,80m großes Pferd (angeblich) so viel Futter wie ein Pony bekommt ist das ja wohl mehr als dämlich. Und wenn eine Stute mit Rückenproblemen gedeckt werden soll, dann fehlen mir da ja glatt die Worte,

    • Cassiopeia says:

      Den Kommentar von Frau Meyer kann ich leider nicht unterschreiben. Dass die Amtstierärzte nie etwas zu beanstanden haben, ist nur logisch, da diese Besuche angekündigt werden. Außerdem stehen die Reitpferde gut im Futter, weil sie ja auch noch gebraucht werden und da sie durch die Schüler ebenfalls gefüttert werden.
      Ist ein Pferd aber aussortiert worden, weil es sich nicht so einfach reiten lässt, oder es krank ist, ist das in diesem Betrieb leider anders. Häufig werden diese armen Tiere dann einfach von freundlichen Reitschülern gekauft oder gepflegt, sodass etwas wie bei Finchen nicht passiert. Aber ich möchte nicht wissen wie viele Pferde schon beim Schlachter gelandet sind, von denen man gehört hat, sie seien „verkauft“ worden. Mit der Wahrheit ist das so eine Sache.
      Wenn man aber genau hinhört und hinsieht, dann merkt man, schnell, wie abgebrüht dort gehandelt wird und dass die Pferde allenfalls Sportgeräte sind.

      Es gibt sicherlich noch andere Geschichten, von diesem Hof, aber hier soll es nicht um Rufschädigung gehen. Wichtig ist, dass es man die Augen aufmacht und sich vor solchen Verhältnissen nicht verschließt.

    • Sarah says:

      Hier möchte ich protestieren: Den Hof kenne auch ich und der Finchen-Bericht ist wahr. Sicherlich ist er emotional geschrieben, aber absolut korrekt!

      Auf diesem Hof geht jedes Pferd zum Schlachter, das nicht von einem netten Menschen gekauft und somit gerettet wird! Wenn das Tier nicht vor Erschöpfung schon im Stall starb.

      Die Besitzer machen das vielleicht nicht aus Bosheit, aber alles andere wäre für den Hof einfach und brutal gesagt zu teuer.

      Hier noch meine Geschichte mit Finchen (die übrigens mal sehr wohlgenährt war):

      Sie hatte es schon immer schwer. Ein sensibles Tier wie sie, wurde von Anfang an missverstanden. Sie war sehr ängstlich, besonders an den Ohren/Kopf. Das hatte aber viel mit den Augen des Reiters zu tun, auf direkten Blick reagierte sie schon und Männer mochte sie nicht, befasste man sich aber mit ihr und war ruhig, war sie das auch.

      Ich durfte sie vor rund 11/12 Jahren das erste Mal reiten. Da kam sie gerade aus Dänemark von der „Weide“, wie man uns sagt, außerdem sei sie zuvor bereits aus schlechter Haltung gerettet worden und bekam einen neuen Namen (unter diesen Umständen klingt das recht ironisch).
      Damals war sie noch locker und entspannt, trug den Kopf hoch, ein schönes Geschöpf. Anfangs kam sie auch noch immer hin und wieder auf den Paddock, „weil sie es ja so kannte“. Das hielt aber nicht lange, da wurde sie wie alle anderen Schulpferde, gar nicht mehr rausgelassen.
      Dann wurden immer mehr Anfänger auf sie gesetzt und sie wurde überlastet und ließ das die Reiter spüren, also kamen viel zu kurze Hilfszügel (erst Martingal und dann Dreieckszügel, sodass sie im Stand schon hinter der Senkrechten war).
      Schnell kam der Verfall. Zusehends bekam sie Bewegungs(Rücken)probleme, der Sattel passte nicht! (Sättel werden dort hin und her getauscht) Die Hufe waren falsch gepflegt und schleiften/drehten, Hals und Kopf verkrampften, der Rücken schwang nicht mehr, sie bekam Fellprobleme (Pilz oder soetwas) und ihre Psyche leidete. Ihre Ängste wurden schlimmer, sie wurde aggressiv und zeigte Zwangs-Bewegungen. Wir waren ca. zwei oder drei Mädels, die damit zurecht kamen und denen sie wohl vertraute, wir kümmerten uns hin und wieder um sie, aber wir erahnten nicht was kommen würde und hatten zu wenige Mittel um sie rechtzeitig zu retten (Andere Pferde hatten das Glück).
      Irgendwann kam sie dann (so wurde uns gesagt) auf die Weide, weil zu viele Reitschüler Angst hatten. Das mit der Weide war dann wohl auch gelogen.
      Ich konnte die Verhältnisse des Hofes nie verstehen, bin aber zunächst geblieben um wenigstens ein wenig für die mit ans Herz gewachsenen Pferde da zu sein und einigen wenigen jüngeren Reitschülern die richtigen Werte zu vermitteln. Ich denke, das gelang mir im Kleinen. Leider musste ich aus finanziellen und Umzugs-Gründen aufhören. Ich brachte es bis jetzt nicht übers Herz wieder zum Hof zu fahren. Und als ich nun eure Bilder sah, brach es mir das Herz endgültig.

    • petra says:

      Das kann man ja wirklich nicht glauben was sie schreiben…wann haben sie das pferd zuletzt gesehen?ich habe es gesehen ,unfassbar,dieser anblick….das mit den spenden ist eine frechheit,man fragt sich,was sie erhalten haben fuer diese zeilen.einfach nur unglaublich…

    • Anonym ... says:

      Ich frage mich ehrlich gesagt warum es den Hof noch gibt, ganz ehrlich wenn man sich keine passenden Sättel leisten kann, geschweige denn mal vernünftige Dreieckszügel. Und allgemein kann keiner bestreiten dass der komplette Hof renovierungsbedürftig ist. Der Hof hält sich doch nur gerade so eben über Wasser. Ich weiß nicht ob die Besitzer sich keine Besserung leisten können oder wollen.
      Und zu der Geschichte von dem Großen Pferd, dass so viel Futter wie ein Kleines Pony bekommt, auf diesem saß ich und man hat gemerkt, dass der durch das wenige Futter echt nicht viel Kraft hatte. Eine ganze Runde galoppiern war für ihn eine ziemliche Anstrengung, und dass lag garantiert nicht an meinen Reitkünsten.

  2. Anonym ... says:

    Ich bin einfach geschockt. Meine Freundin hat mich gestern auf diese Seite aufmerksam gemacht. Wir sind dieses Pferd beide bereits geritten. Wir haben beide dort reiten gelernt und mit der Zeit auch alle schlechten Seiten dort kennen gelernt. Ich muss sagen, das einzige gute an dieser Reitschule ist dass ich meine Freundin dort kennen gelernt habe. Es ist zwar hart zu sagen, aber die Leute dort sind absolute kalt, gefühlslos und nur aufs Geld aus.

    @Emmie: dort schwirren eine ganze Menge Gerüchte rum und die sind alle nicht ganz ohne. Ich für meinen Teil bin froh das ich dort weg bin allerdings mache ich mir Sorgen um die anderen Pferde da.

    • petra says:

      Wenn du dir sorgen machst,dann sei doch so lieb und gucke nach den pferden,bevor wieder eins das schicksal wie finchen erlebt.meldestellen gibt es genug,auch anonym…danke,petra

    • Nicol says:

      Hallo,
      wären Sie bitte so lieb und melden sich bei mir unter 04154-989652!

      Tierliebe Grüße
      Nicol Hufnagel

  3. Emmie says:

    @Manuela

    Was stimmt denn da nicht?

    Ich war seeeehr lange auf diesem Hof und muss sagen, dass ihr das gut gemacht habt. Es ist ja auch nicht normal, dass man ausgediente Pferde(zu alt oder krank) zum Schlachter schickt, falls sich kein Käufer mit Herz findet. Ich kann auch gerne weitere Beispiele nennen….. Einfach nur unmöglich sowas!

  4. anonym says:

    echt toll für die kleine ! vor 1-2 jahren war sie noch top, das weiß ich weil ich sie dann einmal geritten bin. und jetzt ?! wie kann man nur sowas machen ! so ein tolles pferd…wenn ich wieder geld habe spende ich ganz bestimmt etwas ! oder sonst hab ich ein haufen pferdesachen bei mir kann man die auch spenden??

  5. Fiona says:

    Hey,
    oh sie hat echt Glück bei euch zu sein. Und ihr Name gefällt mir sehr.^^
    glg
    P.S.:Komme bald wieder vorbei.

  6. Anja Laupichler says:

    Ihr seid einfach toll. Ich bringe am Wochenende eine kleine Spende vorbei und würde die Maus dabei gern kennenlernen.

    Gruß Anja Laupichler

  7. Lala says:

    Hey

    Es ist toll zu sehen, das es Menschen gibt die so ein großes herz haben. Ich kenne diese Stute aus so tollen zeiten man erkennt sie so kaum wieder. Schade das mit einem Tier was Jahrelang so viel geld eingebracht hat nun so abgeschoben wird.
    Ich hofffe sie genießt ihr leben nun nochmal in vollen Zügen!

    Ihr glaubt garnicht wie Glücklich ihr einen Damit macht

    Viiielen Viiiielen Danke !

  8. Anonym says:

    Ich bin einfach nur geschockt.Auch ich kenne diese Stute noch von früher.
    Habe quasi auf ihr Reiten gelernt.
    Seit dem ich in der Reitschule nicht mehr bin, weiss ich wie schlimm es dort zu ging und wohl immer noch geht.
    Kann man dagegen nicht vorgehen? Dort stehen noch mehr Pferde, die wohl auch nicht besser behandelt werden.
    Das ist zwar ein Fass ohne Boden. Haben wir nicht schon lange genug weggeschaut??

  9. ELKE KAISER says:

    UNGLAUBLICH………und das in unserer Nachbarschaft,HAMBURGER Umland welch eine Schande ,aber FINCHEN wird in den nächsten Wochen wieder aufleben,werde um Spenden werben,toll das es Euch gibt.KAISER-HUFREHA

  10. Luu says:

    Habe diesen Bericht gerade durch Zufall gefunden.
    Ich kenne die Stute sogar noch aus „besseren“ Tagen.
    Bin vor ca 12 Jahren als Kind mal in dieser Reitschule geritten.
    Schade, dass so mit einem Lebewesen umgegangen wird, was jahrelang wichtig für den Erhalt eines Reitbetriebes war.
    Super, dass sie jetzt noch eine Chance bekommt!

  11. Manuela Meyer says:

    Davon abgesehen das in diesem Text vieles nicht stimmt (ich kenne dieses Pferd und die ehemaligen Besitzer) freue ich mich sehr das Finchen nun ein schönes weiteres Leben hat.

  12. Anonym says:

    Ich freu mich so, das glaubt ihr gar nicht!
    Danke, danke, danke!!!!!!

  13. Annette Marckmann says:

    Was für ein trauriges Bild! Wie schön, dass Finchen jetzt eine neue Chance bekommt!

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